Notartermin und Eintragung in das Grundbuch

Damit wir mit dem von uns erworbene Grundstück auch in das Grundbuch eingetragen werden, musste ein Notar beauftragt werden. Da in der Regel der Käufer den Notar beauftragt, mussten wir uns um einen Notartermin kümmern. Also haben wir uns auf die Suche gemacht und sind im Internet schnell fündig geworden.

Zunächst stand die Vorbesprechung beim Notar an. Hierbei ist in der Regel nur der/ die Käufer und der Notar anwesend. Dieser Vortermin dient der Klärung noch offener Punkte aus dem Vertragswerk. Wir hatten den Vertrag bereits vorab per E-Mail, zur Prüfung erhalten. Der Vertrag sollte natürlich genau geprüft werden. In unserem Vertrag standen einige Fehler. Beispielsweise gab es Zahlendreher bei unserer jetzigen Anschrift und bei der Anschrift des neuen Grundstücks. Im Großen und Ganzen hatten wir aber nur wenige Punkte, die wir noch geklärt haben wollten. Trotzdem wird bei diesem Notarvortermin, jeder einzelne Punkt noch einmal durchgegangen. Daher sollte man sich hierbei, je nach Umfang des Vertrages, genug Zeit einplanen.

Übliche Punkte die z.B. in einem Vertrag stehen sind:

  • Kaufgegenstand + evtl. Belastungen wie z.B. (Geh-, Fahr- und Leitungsrecht)
  • Kaufpreis + Voraussetzungen für den Kauf z.B.
    • Vorkaufsrecht der Gemeinde wird nicht ausgeübt
    • Löschungsbewilligungen liegen vor
  • Belastungsvollmacht
  • Gewährleistungsregelungen
  • Makler-Honoraranspruch sofern einer beauftragt wurde

Der Notartermin

Nachdem nun alle Punkte geklärt bzw. korrigiert wurden, stand der eigentliche Notartermin mit den Verkäufern an. Zu Beginn stellt der Notar die Personalien von allen beteiligten Personen anhand eines gültigen Personalausweises fest. Anschließend ließt er noch einmal der komplette Vertrag vor. Auch hier können wieder Fragen und Unklarheiten geklärt werden. Sofern noch Änderungen auftreten, notiert der Notar diese dem Vertrag. Schließlich haben die Verkäufer und wir den Vertrag unterschrieben und dieser war somit rechtskräftig. Die korrigierten Verträge haben die Verkäufer und wir anschließend per Post, mit einem Notarsiegel versehen, zugesandt bekommen.

Stempel auf Stempelkissen
Stempel auf einem Stempelkissen©Pixaby

Auflassungsvormerkung und Kaufpreisüberweisung

Der Notar veranlasst beim Grundbuchamt eine sogenannte Auflassungsvormerkung. Diese dient dazu dass der Verkäufer das Grundstück oder Haus nicht noch ein weiteres Mal verkaufen kann. Desweiteren fragt der Notar bei der zuständigen Gemeinde an, dass diese nicht von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch macht. In der Regel wird Sie dies nicht wahrnehmen.
Nun hieß es erst einmal warten.

Nach einiger Zeit hatten wir endlich die Information vom Notar bekommen, dass der Kaufpreis an den Verkäufer überwiesen werden kann.

In der Regel wurde früher der Kaufpreis auf ein Notaranderkonto eingezahlt. Der Notar hatte das eingezahlte Geld erst an den Verkäufer weitergegeben, wenn alle Bedingungen aus dem Kaufvertrag erfüllt wurden.

Heutzutage gestattet dies der Gesetzgeber aber nur noch in Ausnahmefälle (z.B. bei einem berechtigten Sicherungsinteresse). Das kommt aber mittlerweile nur in selten Fällen vor. Heute wird daher eine direkte Zahlungsabwicklung vorgesehen.

So auch in unserem Fall. Wir hatten mit unserer Finanzierungs-Bank ausgemacht, dass wir einen Teil aus unserem Eigenkapital bezahlen. Daher mussten wir zunächst unseren Teil an den Verkäufer überweisen (nach mehrmaligen Prüfen, ob auch alles stimmt). Anschließend hat unsere Bank dann den Restbetrag überwiesen.

Neueintragung ins Grundbuch

Dem Notar mussten wir nun wiederum mitteilen, dass wir den Betrag überwiesen haben. Daraufhin erhielten wir den Grunderwerbsteuerbescheid. Nach Zahlung der Grunderwerbssteuer schickt das Finanzamt dem Notar eine Bestätigung (Unbedenklichkeitsbescheinigung). Danach beantragt der Notar eine Eigentums-Umschreibung bei dem Grundbuchamt. Abschließend erhielten wir vom Notar die Bestätigung und das Grundstück hat seinen Besitzer gewechselt.

Kosten für Notar und Grundbucheintrag

Die Notar und Grundbucheintrag sind in dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt und richten sich nach der Gebührentabelle. Die Kosten richten sich dabei nach den anfallenden Gebühren, Gebührensatz und dem Geschäftswert. In der Regel kann man für die Kosten ca. 1 – 1,5 Prozent des Kaufpreises veranschlagen.

5 Antworten auf „Notartermin und Eintragung in das Grundbuch“

  1. Für die Tipps zu dem Vertrag danke! Sind irgendwelche Unterlagen von der Seite des Verkäufers benötigt? Habe von dem Freund gehört, wie es ihm geglückt hat, ein Grundstück mit Bauverpflichtung zu kriegen. Möchte mich vor solchem Fall schützen.

  2. Hallo Finn,
    in der Regel stehen solche Bauverpflichtungen in dem Kaufvertrag. Da der Notar unabhängig und unparteilich handeln muss, weißt er auf solche Verpflichtungen bei dem Notartermin hin.

    VG

  3. Ich möchte mit meinen Eltern ein Haus kaufen. Danke für den Tipp, dass die Kosten für das Notariat und die Grundbucheintragung im Gerichts- und Notarkostengesetz festgelegt sind. Ich werde meinen Eltern sagen, dass sie mit ca. 1 – 1,5 Prozent des Kaufpreises rechnen sollen.

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